Home Hörspiel The Amelia Project | Du musst verschwinden? Ruf sie an.

The Amelia Project | Du musst verschwinden? Ruf sie an.

by Christina
Lesedauer ca. 3 Minuten

Heute mal etwas vollkommen anderes: Es geht um Hörspiele! Hin und wieder muss man seinem Hirn ja auch mal eine Pause gönnen von so vielen Sachtexten und Optimierungsstrategien.

Als ich klein war wuchs ich mit Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen Kassetten auf und habe sie heiß und innig geliebt. Der Punkt ist jedoch: Als ich klein war. Irgendwann vor oder während der Grundschulzeit hörten ich und die meisten von uns auf, Hörspiele zu hören – selbst zu lesen war so viel spannender!

Und mit der Zeit gerieten die Kindheitsgeschichten quasi in Vergessenheit. Zu viele Medien drängten sich in den Vordergrund und kämpfen seit Jahren um unsere Aufmerksamkeit: Bücher, Zeitschriften, Spiele, Serien und Filme. Ich will nichts negatives gegen sie sagen, ich hab zu viel Spaß an der Vielfalt. Als ich letztens allerdings zurück dachte fiel mir erst auf, dass es nicht nur an den spannenderen Medien gelegen haben konnte, dass ich viel weniger Hörbücher gehört habe. Oder fällt dir, mal vielleicht abgesehen von den Drei Fragezeichen, ein Hörspiel für Grundschulkinder und/oder (jungen) Erwachsene ein? Auf Autobahnraststellen sah ich hin und wieder CDs mit Hörbüchern, aber tatsächliche Hörspiele? Mit verschiedenen Sprechern?

Vor etwa einem Jahr stolperte ich dann jedoch zufällig in meinem Podcastplayer über die Kategorie »Audio Drama«. Der Begriff sagte mir nichts, aber ich blätterte durch und merkte: Doch, es gibt noch Hörspiele! Und was für welche!

Hin und wieder werde ich an dieser Stelle daher einige Hörspiele vorstellen, die sich absolut lohnen. Es ist umwerfend, mit wie viel Begeisterung (und auch technischem KnowHow) Sprecher und Geschichtenschreiber bei der Sache sind.

Starten möchte ich diese Reihe kurzer Vorstellungen mit meinem aktuellen Favouriten:

The Amelia Project

»Congratulations.
You’ve reached The AmeliaProject.

This phone call isn’t happening.

If you’re not serious about this, hang up.

Now.

If you continue there’s no way back.

Good choice.
A new life awaits.
You’ll hear back from us within the hour.

If you don’t hear back, please consider the whole thing a hoax.

Leave your message after the beep.

Beep«

Intro zu den Episoden des Amelia Projects

The Amelia Project erzählt die Geschichte einer gleichnamigen, geheimen Organisation, die verzweifelten (und äußerst schrägen) Klienten die Flucht in ein neues Leben ermöglicht. Geld spielt keine Rolle – Hauptsache, die Auftraggeber haben eine gute Geschichte parat, weshalb sie so dringend verschwinden müssen.

In den jeweiligen Episoden (meist rund 20min lang, wobei es zu vielen Episoden eine zugehörige »Miniepisode« gibt) hören wir das Gespräch zwischen dem Interviewer des Amelia Projects und dem Auftraggeber der jeweiligen Episode. Hierbei werden Hintergründe für die Flucht geklärt und die Arten und Weisen des Verschwindens besprochen.

Was so finster klingt, wird von den Sprechern mit wahnsinnig viel Leidenschaft und Humor verkörpert. Keine Folge ist tatsächlich düster, jede strotzt vor Comedy – wenn auch vielleicht der etwas abstrusen und dunkleren Art. Allein der Interviewer hat mich schon mehrfach so sehr zum Lachen gebracht, dass ich vom Stuhl gefallen bin – es ist eine Freude, ihm zuzuhören. Seine Klienten und Kollegen stehen ihm jedoch in keinster Weise nach! Selbst das Sounddesign der Umgebungen ist fantastisch – und steigert sich noch in der zweiten Staffel.

Das Drumherum

The Amelia Project wird von Imploding Fictions produziert und geschrieben von Philip Thorne and Øystein Ulsberg Brager. Musik und Sound wird von Fredrik S. Baden produziert. Die Sprecher sitzen in gleich mehreren europäischen Ländern.

Der Podcast erzählt zwar das Interview, löst jedoch nicht auf, was danach kam – das erfährt man erst über ihren Patreon. Dennoch, selbst ohne Patreon lohnt sich der Podcast allemal. Ich habe mich ja gefragt, wozu ein Podcast einen Grafikdesigner (abgesehen vom Logo und den Episodenbildern) benötigt, aber nachdem ich das Amelia Project auf meine Patreon-Liste gesetzt habe, verstehe ich es. Die Materialien, die man sich dort zu jeder Folge herunterladen kann sind stark gemacht und machen Lust auf mehr. Anders Pedersen hat hier sehr gute Arbeit geliefert.

Folgen und Staffeln

Derzeit befindet sich die dritte Staffel in der Produktion und sollte man jetzt zum Patreon werden, hat man Zugriff auf alle bisher erschienenen Materialien zu jedem »Fall« und noch vieles mehr (allerdings keine weiteren Episoden, falls das befürchtet wird). Alle Folgen sind über ihre Internetseite oder nahezu jeden erdenklichen Podcastplayer abrufbar. Ich würde davon abraten, die Serie beim Einschlafen zu hören, da man so spannendes verpasst und möglicherweise humorbedingt schnell wieder hellwach wird.

Hör unbedingt rein und falls dich die erste Folge noch nicht so recht überzeugt, gib auch der zweiten noch eine Chance. Wie bei allen Podcasts ist eine stetige Verbesserung in allen Bereichen spür- und hörbar.

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